Interview mit Hannah Kaiser

Hannah

Die zweite in dieser Intervie-Runde ist Hannah Kaiser.

Seit 1979 läuft sie mit Ihren Füßen über diese bunte Welt und zeigt uns seit Kurzem etwas von ihrem Können.

Mit „Die Verführung des Mondes“ und „Die Verlockung des Glücks“ hat sie viele Herzen höher schlagen lassen.

Ihr kennt diese junge Dame noch nicht? Dann solltet ihr sie schnellstens kennenlernen. Schnappt euch eure Amazon-Einkaufswagen und los gehts.

Du sagst, du bekommst von Horrorromanen Albträume. Kannst du uns da ein Beispiel geben?
Früher habe ich es mal mit den Klassikern versucht, Stephen King zum Beispiel. Aber ich habe es ganz schnell wieder aufgegeben. Ich bin wohl einfach zu zart besaitet.

Das letzte Buch, dessen Titel ich leider nicht mehr weiß, das ich diesbezüglich gelesen habe, war ein Krimi. Meine Schwester hatte ihn mir geliehen, als ich bei ihr zu Besuch war. Darin werden jede Menge junger Mädchen von eine Exsportler, der immer noch ein Star ist, brutal vergewaltigt und umgebracht. Nachdem er sie mehrere Tage gefangen gehalten hat.

Ich war zu dem Zeitpunkt im achten Monat mit meiner Tochter schwanger und habe schwer bereut, das Buch überhaupt angefangen zu haben. Es war nämlich leider so spannend, dass ich es trotzdem zu Ende lesen musste. Was mir gar nicht gut bekommen ist …
Seitdem habe ich in der Richtung nichts mehr angerührt, besser ist das.

Es gibt Menschen, mit denen kann man nichts anfangen, bevor sie nicht ihren ersten Kaffee hatten. Was brauchst du morgens, um in fahrt zu kommen?
Ich habe zwei kleine Kinder ( zwei und fünf Jahre alt) die morgens von 0 auf 100 wach sind. Ich muss also auch ziemlich schnell wach sein, ob ich nun will oder nicht. Bevor ich wirklich ansprechbar bin, brauche ich aber meine Zahnbürste und eine heiße Dusche. Kaffee trinke ich eher selten und auch auf Frühstück kann ich eine ganze Weile verzichten.

Manche Leute sind komplett durchstrukturiert. Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Im Prinzip bin ich eine ziemliche Chaotin. Aber auch hier zwingen mich meine Kinder zum Glück ein bisschen zur Ordnung.

Die Große muss ja zu festen Zeiten im Kindergarten sein und auch nachmittags gibt es immer Termine, die eingehalten werden müssen.

Zum Schreiben komme ich immer irgendwie zwischendrin. Oder eben abends, wenn meine Mäuse schlafen.

Du strandest auf einer einsamen Insel. Welche drei Sachen brauchst du, um überleben zu können?
Wenn es tatsächlich ums reine Überleben geht, stelle ich mir ein vernünftiges Taschenmesser, Verbandszeug inklusive Nähzeug sowie genügend Vorräte sehr hilfreich vor.

Wenn das alles schon inklusive wäre, hätte ich gerne noch eine Zahnbürste mit ausreichend Zahnpasta, eine Bettdecke … und meine Familie. Vorausgesetzt ich würde sie dort nicht in Gefahr bringen. Und vorausgesetzt, das zählt überhaupt, da die einsame Insel dann ja nicht mehr wirklich einsam wäre.Hannah-Cover

Hast du dich mal in einen Protagonisten verguckt, oder gab es einen Protagonisten den du eigentlich gar nicht mochtest?
Bisher gab es ja nur zwei, an dem Dritten arbeite ich gerade.
So ein kleines bisschen muss man schon für seine Protagonisten schwärmen, finde ich, sonst würde es – zumindest für mich – schwierig sein, eine Liebesgeschichte über sie zu schreiben.

Und dass mir einer unsympathisch wäre … das geht gar nicht.

Obwohl die manchmal einfach machen, was sie wollen, was ich persönlich immer als eine absolute Frechheit empfinde. Aber ich drohe dann einfach, ihnen exotische, eklige Krankheiten „anzuschreiben“, dann sind sie wieder brav. 😉

Ich persönlich bin der Weingummi-Typ. Bei was kannst du nicht widerstehen, wenn es offen auf dem Tisch steht?
Bei fast allem, was süß ist. Vor allem, wenn es schokoladig ist, wobei ich Zartbitter nicht so gerne esse. Ganz besonders schlimm ist Raffaello (auch wenn die keine Schokolade enthalten) und Kinderschokolade & Co. Da kann ich gar nicht wieder aufhören!

Stell dir vor, du dürftest ein Tag ein Mann sein. Wie sähe dieser Tag aus. Was würdest du auf jeden Fall machen wollen?
Ganz klar – Sex mit einer Frau haben. Da würde mich sehr interessieren, wie sich das für einen Mann wohl anfühlt.

Man sagt, den ersten Kuss vergisst man nie. An welchem Ort fand dein erster Kuss statt?
Ich musste gerade wirklich eine Weile nachdenken, mein erster Kuss war wohl nicht sonderlich gut. Wie so oft, vermutlich.
Aber ich glaube, ich war 13 und es war auf dem hinteren Teil eines Spiel – und Bolzplatzes. Und gar nicht so toll und aufregend, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Gibt es ein Buch, bei dem du sagst – das sollte jeder gelesen haben?
„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Und wirklich lesen, nicht den schrecklichen Film anschauen. Das Buch ist soooo toll und der Film verdirbt alles. Finde ich zumindest. J

Was hilft dir gegen Schreibblockaden?
Am besten: Einen Tag Pause machen. Am nächsten klappt es dann oft wie von selbst. Ein bisschen Bewegung an der frischen Luft kann auch sehr hilfreich sein, ich gehe ohnehin ganz viel zu Fuß.

Und ich finde, es hilft oft, einfach mal an einer anderen Stelle weiterzuschreiben. Dafür muss man natürlich zumindest ein ganz grobes Konzept der noch kommenden Handlung im Kopf haben. Aber oft schreibt sich eine andere Stelle ganz leicht und die, an der man nicht weiter gekommen ist lässt sich ein paar Tage später wiederum völlig mühelos schreiben.

Hast du deiner Bücher nach erscheinen selbst noch einmal gelesen?
Ja, immer. Schon allein um zu sehen, ob alles geklappt hat. Ich traue der Technik da nicht. Ärgerlicherweise finde ich auch immer noch mal Fehler.

Obwohl ich gestehen muss, dass ich die Romane danach wirklich für eine Weile nicht mehr sehen kann.

Aber zu diesem Zeitpunkt habe ich alles mindestens vier Mal gelesen, einzelne Stellen auch bis zu fünfzehn Mal und mehr. Das reicht dann einfach.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Es wäre schön, wenn ich dann immer noch Romane schreiben könnte und die immer noch so gut ankommen und gekauft würden. Weiterhin Autorin sein zu dürfen – das wäre ein Traum!

Ich bedanke mich ganz ganz herzlich bei Hannah, dass sie sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten und schicke ihr auf diesem Wege eine aktive Muse.

Wir wollen nämlich ganz schnell mehr von ihr lesen.

Eure
unterschrift

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